Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Die Bezugsachse: warum sie zuerst festgelegt wird

Ein Drehteil hat eine Achse, die seine Funktion trägt: Es läuft in Lagern, zentriert einen anderen Körper oder dichtet gegen ein Gehäuse. Auf diese Achse beziehen sich fast alle Lage- und Laufangaben. Deshalb legt eine vollständige Zeichnung sie als Erstes fest, mit einem Bezugsdreieck und einem Buchstaben am Durchmesser, der die Funktion trägt.

Sitzt das Teil auf zwei kurzen Lagerstellen, ist die Bezugsachse die gemeinsame Achse beider; die Zeichnung nennt dann zwei Bezüge, etwa A und B, und verweist mit „A–B“ auf die Paarung. Bei einem einzigen langen Zylinder genügt ein Bezug. Wählen Sie das Element, das im Betrieb führt, nicht das, was sich bequem messen lässt.

Auch die Schreibweise im Rahmen trägt Bedeutung. Steht „A–B“ mit Bindestrich in einer einzigen Zelle, gilt die gemeinsame Achse beider Elemente. Stehen A und B in getrennten Zellen, ist A der erste und B der zweite Bezug, und die Reihenfolge gehört zur Aussage: Zuerst richtet sich das Teil an A aus, dann an B. Wer die Reihenfolge vertauscht, beschreibt ein anderes Teil.

Fehlt der Bezug, kann ein Anbieter die Lageangaben nicht prüfen und muss raten, worauf sie sich beziehen; es folgt eine Rückfrage. Normbezug sind ISO 5459 für die Bezüge und ISO 1101 für die Angaben, die sich auf sie stützen.

  • Bezugsdreieck mit Buchstabe am führenden Durchmesser
  • bei zwei Lagerstellen: A–B als gemeinsame Achse
  • Lauf- und Koaxialitätsrahmen nennen den Bezug
  • Bezug aus der Funktion gewählt, nicht aus der Messbarkeit
Drei Zonen: Rundlauf, Planlauf und Koaxialität Drei Schemata nebeneinander. Rundlauf: Stirnansicht mit einem Ring um die Bezugsachse, in dem die Oberfläche je Querschnitt liegen muss. Planlauf: Seitenansicht einer Scheibe mit einem schmalen Band an der Stirnfläche. Koaxialität: Seitenansicht eines Absatzteils mit einer zylindrischen Zone um die Achse des Merkmals. Rundlauf Ring um die Bezugsachse je Querschnitt Planlauf Band an der Stirnfläche bei jedem Radius Koaxialität Zylinder um die Bezugsachse für die Achse des Merkmals
Skizze: Die Zonen der drei Angaben im Schema, ohne Zahlenwerte. Die orange Linie ist die tatsächliche Fläche beziehungsweise Achse, die Zone gestrichelt.
01

Rundlauf

Dreht sich das Teil um die Bezugsachse, darf die Fläche in jedem Querschnitt nur innerhalb der Zone schwanken. Die Angabe erfasst Unrundheit und Achsversatz zusammen. Sie passt zu Lagersitzen und Dichtflächen.

02

Planlauf

Gleiches Symbol, anderer Pfeil: Er trifft eine Stirnfläche, und die Zone gilt axial bei jedem Radius. So wird eine Anlagefläche verlangt, die winklig zur Achse sitzt.

03

Koaxialität

Hier zählt nur die Achse des Merkmals: Sie muss in einer zylindrischen Zone um die Bezugsachse liegen. Die Oberflächenform bleibt außen vor.

So wählen Sie: Läuft die Fläche im Betrieb, etwa im Lager, nehmen Sie Rundlauf. Liegt eine Stirnfläche an oder dichtet, nehmen Sie Planlauf. Kommt es nur auf die Lage einer Achse an, nehmen Sie Koaxialität. Die Weite der Zone legt Ihre Konstruktion fest; diese Seite nennt keine Werte. Die allgemeine Systematik der Form- und Lageangaben regelt ISO 1101, hier geht es nur um das, was am Drehteil an der Achse hängt.

Beispiel: gestufte Welle mit zwei Lagersitzen und drei Laufangaben Strichzeichnung eines frei erfundenen Beispielteils: Welle mit Bezug A am linken und Bezug B am rechten Lagersitz. Ein Planlauf-Rahmen zu A weist waagerecht auf die Stirnfläche des Bundes, ein Rundlauf-Rahmen zu A–B auf den Mittelabschnitt, ein Koaxialitäts-Rahmen zu A–B auf den Endzapfen. Schema, kein Teil aus einer Lieferung. A B t A Planlauf t A–B Rundlauf Øt A–B Koaxialität Gleicher Bezug, andere Angabe: Symbol im Rahmen und Richtung des Pfeils unterscheiden die drei
Skizze: Beispielteil mit Bezügen A und B, frei erfunden, kein Teil aus einer Lieferung.
  1. Bezug A sitzt am linken Lagersitz, Bezug B am rechten.
  2. Beide zusammen ergeben die Bezugsachse A–B, auf die sich zwei Rahmen beziehen.
  3. Der Rundlauf-Rahmen mit A–B verlangt, dass der Mittelabschnitt beim Drehen um diese Achse in seiner Zone bleibt.
  4. Der Planlauf-Rahmen mit A gilt für die Stirnfläche des Bundes; sein Pfeil trifft die Fläche waagerecht.
  5. Der Koaxialitäts-Rahmen mit A–B begrenzt die Lage der Zapfenachse; das Zeichen ∅ vor dem Wert kündigt die zylindrische Zone an.

Was die Zeichnung außerdem festlegen sollte: Die Weite jeder Zone steht als Wert im Rahmen, und bei der Koaxialität steht vor dem Wert das Zeichen ∅, weil die Zone ein Zylinder ist. Ein Lauf-Rahmen ohne Wert oder ohne Bezug ist unvollständig und löst eine Rückfrage aus.

Lücken bei Bezug und Lauf und die zugehörige Rückfrage
Lücke auf der ZeichnungRückfrage, die sonst folgt
Kein Bezugselement gekennzeichnetAuf welche Achse beziehen sich Lauf und Maße?
Laufrahmen ohne BezugsbuchstabenZu welchem Bezug wird der Lauf gemessen?
Koaxialität, obwohl die Fläche läuftSoll die Achse oder die Oberfläche begrenzt werden?
A–B und B–A auf verschiedenen BlätternWelche Reihenfolge der Bezüge gilt?

Quelle: ISO 5459 und ISO 1101 für Bezüge und Laufangaben; die Rückfragen sind Beispiele, keine Norminhalte.

Häufige Fragen

Er legt fest, zu welcher Achse der Rundlauf gemessen wird. Ohne Bezug ist die Angabe nicht prüfbar; mit ihm lässt sich eindeutig sagen, ob ein Teil die Forderung erfüllt.

Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026

Zeichnung bereit? Dann senden Sie sie uns.

Schicken Sie Zeichnung und Modell, gern mit dem Ergebnis des Angabenchecks. Fehlt etwas, fragen wir vor dem Angebot nach.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de